Lexikon
Augsburger ReligionsfriedenEinigung zwischen Katholiken und Protestanten auf dem Reichstag in Augsburg im Jahre 1555. Die Friedenspflicht betraf die Reichsstände, die zwar nach dem Grundsatz Cuius regio, eius religio ihren Untertanen eine Religion aufzwingen konnten, doch den Gewissensnöten der Menschen einer anderen Konfession das beneficium emigrandi, das Recht auf Auswanderung, gewähren mussten.
Bleiche
Wiese ohne Baumbestand, auf der die Leinenweber ihre Leinen auslegen und bleichen konnten.
Calvinismus
Eine theologische Bewegung, die auf der Reformation und insbesondere den Lehren von Johannes Calvin beruht. Sie zeichnet sich durch eine schlichte Kirchenausstattung und einer spezifischen Arbeits- und Wirtschaftsethik aus.
Deich
Erddamm zum Schutz niedrig gelegener Ländereien vor Überflutung.
Erdholländer
Ebenerdig gebaute Holländermühle, deren Flügelmechanik vom Erdboden zu bedienen ist.
Galerieholländer
Hoch gebaute Holländermühle, deren Flügelmechanik von einer umlaufenden Galerie zu bedienen ist.
Gerichtsbarkeit
Historisch gesehen das Privileg, Gericht zu halten. Dabei wurde unterschieden zwischen hohe und niedere Gerichtsbarkeit der weltlichen Gewalten und die kirchliche Gerichtsbarkeit, die nach dem kanonischen Recht urteilte.
Groden
Durch Meeressedimentation entstandenes und eingedeichtes Land. Wird auch Polder oder Koog genannt.
Häuptlinge
Die Häuptlinge und ihre Herrschaft entwickelten sich im 14. Jahrhundert aus gewählten Richtern, deren Amt schließlich dynastisch und den Adeligen gleichgesetzt wurde.
Herrlichkeit
Ausbau des Herrschaftsbereiches einzelner Häuptlinge zu kleinen Landesherrschaften, die im Gegensatz zu den reichsunmittelbaren Territorien standen.
Ostfriesland
Gebiet der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund und der Stadt Emden. 1464 Zusammenschluss einzelner Herrschaften unter Ulrich I Cirksena, der vom deutschen Kaiser zum Reichsgrafen ernannt wurde.
Peldegang
Vorgang, bei dem die Gerste geschält, nicht gemahlen, wird, um daraus Graupen zu gewinnen. Dazu wird ein einzelner Stein benutzt, der von einem Lochblech umgeben ist.
Reformation
In Deutschland vor allem durch die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther ausgehende Erneuerungsbewegung im Christentum. In der Schweiz getragen von Johannes Calvin und Ulrich Zwingli.
Sächsische Fehde
(1514-1517) Eine Auseinandersetzung zwischen dem ostfriesischen Grafen Edzard I. und Georg von Sachsen um die Vorherrschaft in Ostfriesland.
Schöpfwerk
Durch Schöpfwerke wird Wasser von einem unteren auf ein oberes Niveau gehoben, danach fließt es selbständig über natürliches Gefälle ab.
Schwarze Brack
Westlicher Teil des Jadebusens, der durch die Sturmfluten des ausgehenden Mittelalters entstanden ist.
Siel
Wasserdurchlass im Deich zur Entwässerung des Binnenlandes. Orte, die mit –siel enden, weisen auf einen (ehemaligen) Hafenort hin.
Sielhafen
Seit dem 15. Jahrhundert vorherrschender Hafentyp an der Nordsee in Verbindung mit einem Siel.
Steert
Von der Rückseite der Mühlenkappe zur Galerie oder bis zum Erdboden reichendes System von Balken. Der eigentliche Steert dient zum Drehen der Kappe in den Wind.
Täuferbewegung
Christlich reformatorische Bewegung, die z. B. die Kindstaufe ablehnten. Daraus entwickelte sich in den Niederlanden die Mennoniten.


